Das darf so bleiben

Eigentlich hat das neue Jahr schon lang angefangen. Und alle sind so in ihren Projekten beschäftigt… nur ich hinke irgendwie hinterher… Mir geht das alte Jahr noch nach, mit allen Veränderungen, die es mit sich brachte. Normalerweise bin ich immer zu früh dran, mit Weihnachtsgedanken Anfang November oder Osterideen zu Weihnachten. Aber dieses Mal werde ich das alte Jahr nicht los. Gewöhnlich habe ich auch immer einen Plan für das Kommende. Dieses Mal nicht.

Wir leben in einer Art Durchgangsstation, ähnlich wie in einem Schwebezustand. Wir sind in die USA gezogen, wissend, dass wir in 2 Jahren wieder zurück ziehen. Das taugt nicht groß zum Pläne schmieden.

Wir wollen zurück, das ist uns in unserem Heimaturlaub erneut bewusst geworden. Wir wollen zurück zu unseren Freunden, in unser Haus und in unseren Stadtteil. Dort fühlen wir uns zum ersten Mal richtig wohl und angekommen, auch wenn wir eigentlich ja direkt wieder die Koffer gepackt haben. Da möchten wir bleiben. Also leben wir jetzt im Ausland und unser Blick nach vorne ist zurück gerichtet.

Und so ist mein Blick ins neue Jahr auch nicht aufs Optimieren und Verbessern gerichtet, auch wenn mir das eigentlich eher entspricht. Vor allem als Mutter weiß ich immer, was noch besser, noch mehr, noch schöner oder einfach noch anders geht. Das möchte ich jetzt gezielt beiseite schieben. Ich möchte ganz bewusst inne halten und fragen: Was darf so bleiben? Was gefällt mir so, dass es einfach so bleiben darf? Was möchte ich mitnehmen ins neue Jahr, ohne es zu verbessern?

Spontan liegt mir gerade in Bezug auf das Mutter-Sein so viel auf der Zunge, was ich verändern könnte, sollte, müsste. Diese Listen schreiben sich von ganz allein. Die Das-darf-so-bleiben-Liste braucht wesentlich mehr Denk-Zeit und Ruhe. Da fällt mir nicht so schnell so viel ein. Irgendwie wirkt es auch vermessen, wenn ich sage: das darf so bleiben. Denn das bedeutet ja: Da bin ich mit mir zufrieden. Und: kann ich das als Mutter überhaupt? Mit mir zufrieden sein? Ist es nicht eher so, wie als Lehrerin: da geht immer noch mehr? Wann ist etwas gut, als Mutter?

Ich probiere sie mal, meine Das-darf-so-bleiben-Liste:

  • Kuscheln mit den Kindern, immer so zwischendurch, wenn es grad passt
  • Aufgaben auch mal liegen lassen, um ein Buch zu lesen oder Buden zu bauen (darin bin ich relativ gut :-))
  • „Ich liebe dich“-sagen, wenn es passt oder auch nicht, also immer, wenn es mir einfällt
  • Den Kindern zu helfen, Strukturen zu finden und einzuhalten (immer wieder mal zumindest, das fällt mir ja selbst oft schwer: Ordnung gehört für mich in diesen Bereich oder auch ein angemessenes Verhalten, das sich selbst, der Situation und dem Anderen entspricht)
  • dass wir einfach gerne zusammen sind

Sie ist nicht lang, meine Liste. Eine Das-will-ich-verändern-Liste wäre länger. Aber das lasse ich jetzt. Meine Das-darf-so-bleiben-Liste füllt mich mit Dankbarkeit und Wärme. Das behalte ich mir jetzt. Danke, Gott!

Was darf bei euch bleiben, wie es ist?

Habt einen schönen Tag!

Eure Lilli

Advertisements

Ein Kommentar zu „Das darf so bleiben

  1. Liebe Lilli, nach dem Abo eines ersten Blogs, hier der erste Eintrag zu einem Blog ;-)…
    Deine Frage beschäftigt mich irgendwie…
    Meine Liste ist auch nicht so lang – oder zumindest nicht so, dass ich alles teilen möchte. Außer diesem Punkt: Meine Kinder dürfen auch weiterhin Freunde nach Hause mitbringen, wenn es bei uns aussieht wie bei Hempels und mir der Besuch einer Putzfrau lieber wäre.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.